Gegen die Zivilgesellschaft

Das was so dringend fehlt in islamischen Ländern – eine funktionierende, politisch partizipierende Zivilgesellschaft – wird durch die aktuellen Anschläge in Bagdad noch unwahrscheinlicher als sie aufgrund der ohnehin problematischen Situation schon ist. Während man in persönlicher Lebensgefahr möglicherweise noch viel eher bereit ist, sich zu engagieren, tritt nun eine offensichtlich neue Taktik des Terrors ein. Man lässt die eigentlichen Feinde am Leben, nimmt Ihnen aber jeglichen Lebensmut und den letzten Rest an politischer Hoffnung indem man ihre Familienmitglieder gezielt tötet. Auf eine Trotzreaktion kann man insofern nicht hoffen, als dass sich jeder Verantwortliche überlegen wird, wen er mit einer solchen in Gefahr brächte.