Desintegration durch Sport

Es war der 30.06.2002, Deutschland spielte gegen Brasilien und Fußball ist das einzige Phänomen in dem ich für den Sieg eines deutschen Kollektivs bin. Ich wollte, dass die deutsche Nationalmannschaft gewinnt. Schon damals hieß der Trend Public Viewing und deswegen kam ich in den zweifelhaften Genuss das Spiel mit vielen anderen zu verfolgen. Sie wollten dass „Wir“ gewinnen. Leider führte deren öffentliches Gemeinschaftsgebären, und die damit verbundene Beschimpfung der anwesenden brasilianischen Fans dazu, dass ich am Ende mehr für Brasilien als für die deutsche Nationalmannschaft war. Schade. Jedenfalls bin ich besorgt über die Tatsache dass ich diese Tendenz langsam erneut spüre obwohl ich eigentlich schon gern für die Deutschen wäre. Wäre doch froh wenn mir dieses eine Integrationsmoment neben der gemeinsamen Sprache nicht auch noch genommen werden würde….