Archiv für Juli 2006

Zukunft der Gesellschaftskritik?!

Robert Misk in der taz.

King David Anschlag

Am 22.7.1946 verübte eine Gruppe Juden um den späteren Ministerpräsidenten Begin einen Anschlag auf das King David Hotel in Jerusalem. Dieser Anschlag spaltete die jüdische Bevölkerung schon allein wegen der 17 jüdischen Opfer, insofern nahm ich bisher keineswegs an, dass dieser Anschlag eine breite Rückendeckung genoss. Die Begründung der ehemaligen Irgun Aktivistin Sarah Agassi ist auf jeden Fall ziemlich indiskutabel:

Die ehemalige Irgun-Aktivistin Sarah Agassi, die zu den Tätern gehörte, sagt, der Anschlag sei „kein Terror“ gewesen. „Wir haben für unsere Unabhängigkeit gekämpft. Wir wollten, dass die Briten verschwinden.“ Mit heutigen Extremistenorganisationen wie der radikal-islamischen Hamas, die die Palästinenser-Regierung stellt, oder der pro-iranischen Hisbollah, gegen die Israel im Libanon militärisch vorgeht, habe dies nichts zu tun. „Die Palästinenser können in andere Länder gehen. Dies ist unser Land. Das kann man in der Bibel nachlesen.“

Wie auch immer dieser Anschlag einzuschätzen ist – es wird Menschen geben, die bezüglich der kalkulierten Kollateralschäden Kontinuitäten erkennnen. Diesen Tag während der Libanon Offensive als Gedenktag zu feiern ist unsensibel und dient keinesfalls der eigenen Sache. Ich bin immer noch nicht über die biblische Begründung hinweg….
Allerdings ist der Artikel aus dem Standard der einzige Artikel den ich zu den Gedenkfeiern gefunden habe, insofern hat dieser Artikel natürlich gewisse Einschränkungen….

Quellen:
- Der Standard
- The Jewish Fdederation of Greater Washingon : Myths and facts
-Wikipedia – King David Anschlag

Zapatero Zapatero

Mit ausgewogener Kritik hat das Tragen des Palituchs mal üüüberhaupts nichts zu tun. Schon gar nicht als Ministerpräsident….

via: periodiastadigital

Aufbauarbeit

via: gapingvoid.com

Nachtrag zum Fahnenfetisch

Gerade das Gästebuch der Seite Die-Fahne-bleibt-dran gelesen, und man kann schöne Einträge finden.
Auszüge (für Rechtschreibfehler sind die Verfasser verantwortlich. Ich paste nur):

„Die Fahnen sollen draußen bleiben, weil ein klein bisschen Patriotissmus auch Deutschland gut tun würde, kann nur die Kampagne www.du-bist-deutschland.de unterstreichen!“

Man beachte die Imperative. Von wegen Autonomie….(Hervorhebungen übrigens im Original)

„Ich finde es gut, wenn wir die Fahne draußen lassen, außerdem hat die WM doch Deutschland zusammen geschweißt wie richtige Freunde! Wir waren gute Gastgeber und wir MÜSSEN stolz auf unsere 11 sein, weil sie toll gekämpft haben und die EM fängt auch bald wieder an und wir sollten unsere Mannschaft IMMER unterstützen!!“

War auch nötig, dass man wieder zusammenfindet:

„ich find es echt gut, dass endlich mal wieder die deutschen zusammen halten…es war viele jahre nicht der fall……was die politiker nicht erreicht haben, das hat eine fussballmannschaft erreicht…..ich sag nur: VIELEN DANK JUNGS, IHR SEID DIE GRÖßTEN!!!!!!!! und eines muss ja mal gesagt werden…sie haben nicht den titel geholt, doch etwas viel viel größers…sie haben deutschland wieder zusammengeschweißt!!!!“

Hier soll wohl nicht, wie so oft gehört, die Fußballmannschaft unterstützt werden, sondern der Fußball als Rechtfertigung für nationales Symbolbedürfnis dienen:

„Ich hab mich noch vor 2 Monaten gar nicht für Fußball interessiert… Jetzt weht eine schöne Fahne an meinem kleinen Flitzer (leider inzwischen ziemlich zerfetzt), die Trainingsjacke wartet auf kühleres Wetter und der schwarz-rot-geile Gürtel findet seinen Platz an jeder Jeans! Von mir aus könnte die EM morgen beginnen :) !“

Das Beste ist jetzt aber, dass das nur die erste Seite des Gästebuchs war und es pro Seite lediglich fünf Einträge gibt. Was ein Gewäsch….

Die Fahne bleibt dran

Nachdem ja Selbstmordparty schon zu Beginn der WM eine Fahnenklauaktion gestartet hat, gibt es jetzt wohl eine, oho, man höre und staune, Trotzreaktion: Die-Fahne-bleibt-dran.
Die Sehnsucht nach einem reinigenden Sommergewitter steigt insbesondere beim Anblick von Fahnenmasten auf Häuserdächern…

Already seen

Vor 8 Monaten saß ich dort noch in einem Café, jetzt wird da demonstriert…ich würde wieder Café trinken…gab leckeren Kuchen da…

I don´t believe – but i wish i could

Die Kritische Theorie „weiß, dass es keinen Gott gibt, und doch glaubt sie an ihn…“1

  1. M. Horkheimer: „Gesammelte Schriften“, Bd. 14, S.508. [zurück]

Briefwechsel mit der ARD

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich frage mich was das sehr gute Duo Delling/Netzer denn von Beckmann hält?
Wie kann es sein, dass man innerhalb einer Sendung einen derart großen
Qualitätssprung zulässt??
Es geht mir keineswegs um generalsierte Kritik an Herrn Beckmann, aber auch
seine Selbstironisierungsversuche in der TV Digital á la „Auch ich würde
mich über meinen Kommentar aufregen“ machen ihn nicht zu einem guten
Kommentator. Und die gibt es offenkundig. Nahezu jeder Premiere Kommentator
besitzt mehr Kompetenz als ein Herr Beckmann und Steffen Simon ist, trotz
seiner manchmal sehr verschachtelten Rhetorik, allemal mit deutli ch mehr
Kompetenz gesegnet als ein Herr Beckmann. Zudem hat Herr Beckmann Recht,
dass ein Spielkommentar keine Trainerstunde sein soll. Aber eben auch keine
Märchenstunde.
Es ist schlicht und ergreifend katastrophal dass die ARD Beckmann als
Finalkommentator eingesetzt hat. Das ZDF hat die besseren Kommentatoren,
die ARD das bessere Studiogespann. Großartig, von Fußball total kann man da
nicht sprechen, eher von Tristesse Royal…wenigstens passte er sich dem
fußballerischen Niveau der WM rhetorisch an….

MfG

Sven xxx “

Anwort der ARD:

„Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir werden Ihre Kritik an Herrn Beckmann an die ARD-WM-Redaktion
weiterleiten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese nicht alle
E-Mails beantworten können. Sie können aber sicher sein, dass Ihre Kritik
aufgenommen wird und die Verantwortlichen alles daransetzen werden, dass Sie
in Zukunft zufrieden sind.

Mit freundlichen Grüßen

xxx yyy
für das ARD-Team zur FIFA WM 2006″

Würde mich mal interessieren wer noch alles diese Standardantwort bekommen hat….

Beckmann stoppen stoppen

Auch wenn ich die Seite Stoppt Beckmann etwas spät via indirekter-freistoss.de gefunden habe, und demnach mit meiner Unterschrift Beckmanns Einsatz beim Finale nicht mehr verhindern konnte, fand ich es doch angebracht, zur Absetzung den eindimensionalsten Kommentators dieser WM einen kleinen Beitrag zu leisten.
Beckmann findet diese Unterschriftenaktion natürlich nicht so gut. Ist ja auch ein Unding wenn die Kompetenz eines Menschen in Frage gestellt wird. Insbesondere wenn man selbst dieser Mensch ist. Tja, an Selbstironie mangelte es Beckmann noch nie, so gibt er in einem aktuellen Interview in der TV-Digital folgende Sätze von sich:

Auf die Frage ob es denn etwas Besonderes sei , das Finale zu kommentieren:

„Das wird doch völlig überbewertet.
Der Kommentator rutscht doch nur bei Spielen in denen Deutschland ins Finale kommt in den Mittelpunkt, und selbst dann nur ganz selten […]. Ich jedenfalls merke keinen besonderen Druck, wenigstens momentan noch nicht.“

Werden sie denn das Finale anders kommentieren?

„Der Kommentar ist ein Balanceakt zwischen Emotionen, Distanz und der sekündlichen Analyse.
Beim Finale gibt es schon Unterschiede, denn der überwiegende Teil der Zuschauer sieht nicht übermäßig Fußball.
Da darf der Kommentar nicht zum Trainerseminar werden.“

Und wie schauen sie heute die WM-Spiele?

„Mit vielen Freunden zuhause, und dann schimpfe ich über den Kommentator.“

Auch mal über einen von der ARD?

„Natürlich nicht. Im Ernst: Jeder Kommentator ist angreifbar, weil er auf seine persönliche Weise das Spiel kommentiert. Wenn ich mir zuhause das Spiel selbst ansehen würde, hätte ich sicher auch mal was zu meckern. Wir alle sind Bundestrainer und wissen es deshalb besser als der Kommentator.“

So, man halte also fest:
Beckmann gesteht Menschen das Recht zu, Fußballkommentatoren scheiße zu finden. Er gesteht ihnen sogar das Recht zu, dies öffentlich zu sagen, anonsten würde er ja kaum in einem Interview darüber sprechen. Damit nicht genug der Rechte, es fühlt sich ja auch jeder als Bundestrainer – und das ist gut so. Doch wer an Rechteinflation denkt, täuscht sich, denn will man diese Meinung nun im Internet kund tun, und ähnlich denkende (und die gibt es zu Hauf, Herr Beckmann) dazu bewegen, das ebenfalls zu tun, ja dann…..dann fühlt Beckmann sich verletzt. Sehr seltsam Herr Beckmann, sehr seltsam.

Hinzu kommt, dass ein Kommentator selbstverständlich kein Trainerseminar geben soll, aber er sollte verdammt nochmal wissen wovon er spricht. Und das tut Beckmann leider nicht.

Meldung über die einstweilige Verfügung gefunden bei:
WM-Blogger
fooligan