Archiv für August 2006

Faschismus – friss dich selbst!!!

Paolo Di Canio – der Mann dessen rechter Arm bei einem Torerfolg schneller nach vorne schnalzt als David Odonkor Sorin verwirrt, der Erzfeind von Christiano Lucarelli , und einer der von mir am meisten verachteten Fußballspieler – wurde verprügelt. Nach zahlreichen unrühmlichen Ausfällen faschistischer Natur, erlangte Di Canio im Laufe des letzten Jahres zweifelhafte Berühmtheit.
Die Frage, ob man nun den von ihm so sorgsam gepflegten römischen Gruß, oder seine, durch ein Duce-Tatoo auf dem Arm ausgedrückte, Mussolini-Verehrung abstoßender findet, darf sich jeder selbst beantworten. Ein kleiner Zwischenfall ereignete sich bei einem Spaziergang durch Rom, zusammen mit dem einschlägig bekannten Professor Paolo Signorelli, über den es heißt:

Amato (Staatsanwalt; Anmerkung des Verf.) also found evidence that a long-time fascist militant Paolo Signorelli, a high school teacher in Rome who had been suspected but never convicted of the murder of Amato’s predecessor, was deeply involved in reorganizing the movement. In imitation of the extreme left, the group has both a semi-legal wing called Third Position and a terrorist wing called, among other things, Armed Revolutionary Nuclei (NAR). The name „Third Position“ summarizes the movement’s ideology—“neither capitalism nor communism, neither the Reds nor reaction.“ Third Position seems to advocate what is called „Nazi-Maoism“ and tries to align its politics with characters as diverse as Hitler, Mao, Perón, and Qadhafi. Its slogans include „Long live the Fascist dictatorship of the proletariat“ and „Hitler and Mao united in the struggle.“ (Quelle: New York Review of books)

Nach dem Anschlag auf den Bahnhof in Bologna, fand er sich auf der Anklagebank wieder und ist somit wohl ohne Zweifel als eine der fragwürdigsten Gestalten aus der militanten italienischen Faschistenszene zu bezeichnen.
Di Canio geht also mit ihm spazieren. Wenig überraschend eigentlich, da seine Gesinnung ja zur Genüge bekannt ist. Dass diese beiden Lichtgestalten – der eine ein gewaltbereiter, kaltblütige Organisator mit intellektuellem Anstrich, der andere der öffentlichkeitswirksame Demagoge, der in der Lage ist, rasende Massen mit Toren statt mit Worten zu verzücken – nun allerdings von anderen Verblendeten aus dem eigenen Lager angegriffen werden, ist aufgrund der Irrationaliät ihrer Gedankengänge zwar nicht sehr überraschend, aber es ist doch überraschend. Di Canio wird von den anderen Verrückten nachgesagt er sei „kein Kamerad mehr, [denn] die wahren Faschisten“ seien sie selbst (Spon).
Da muss man sich natürlich wehren….

Zeit – vergeht….

Soeben bei Youtoube das Video einer Frau gefunden, die sich 3 Jahre lang täglich fotografierte, und das Ganze nun zu einem Film zusammenfügte. Und was soll man sagen? Es ist, irgendwie bewegend.

Den ganzen Film kann man bei atomfilms betrachten.

Aids ist genug für alle da

Der 1. Dezember war für mich bisher immer einer der schönsten Tage des Jahres. Es wurde gefeiert, es wurde gelacht, es wurde getrunken und es wurden Geschenke ausgepackt. Am 1. Dezember 1981 erblickte jedoch nicht nur eine wunderbare Person das Licht der Erde, sondern es war auch der Entdeckungstag dieser unheilbaren Virusinfektion, die den Namen AIDS trägt. Ohne die Opferzahlen mit denen des globalen Hungers vergleichen zu wollen, lesen sich die Zahlen erschreckend. Jedes Jahr infizieren sich knapp über 4 Mio Menschen weltweit mit dem Virus, während 3 Mio Menschen an den Folgen der Erkrankung sterben müssen.

Während die AIDS -Erkrankung in westlichen Industrienationen hauptsächlich in der Homosexuellenszene auftrat, kann sie in Teilen Afrikas, mit einer Krankheitsquote von 20% durchaus als gesellschaftsweites Phänomen betrachtet werden.
Vom 13.8-18.8.06 findet in Toronto die World-Aids-Conference statt und anlässlich dieser Veranstaltung hielt Julian Bond für angebracht, in der Washington Post auf eine neue Entwicklung hinzuweisen (Black America must confront AIDS). Er stellt fest, dass eine Verschiebung der Krankheitsverbreitung stattfand. Weg von der weißen, schwulen Subkultur und hinein in die afroamerikanischen Bevölkerungsschichten.

„The face of AIDS in the United States is primarily black as well. The majority of new HIV infections here are black, the majority of people who die from AIDS here are black and the people most at risk of contracting this virus in the United States are black. AIDS is now in our house.“

Der Hauptgrund für diesen Anstieg liegt seiner Meinung nach im folgenden begründet:

Part of our response must be to eliminate the rabid homophobia that lives in our schools, our homes and especially our churches. Our inability to talk about sex, and more specifically homosexuality, is the single greatest barrier to the prevention of HIV transmission in our community. Intolerance has driven our gay friends and neighbors into the shadows.

Durch homophobe, pornografische und sexuelle Gewalt unterstützende Inhalte, trägt Hip Hop sicherlich zu dieser Grundstimmung bei. Ein fantastisches Beispiel für alle eben erwähnten textlichen Mankos der Hip Hop Kultur liefert sicherlich der weiße Rapper Necro, dessen Pornocore- bzw Horrorcore-Tracks wohl zu dem härtesten gehören dürfte, was man in gut sortierten Plattenläden bekommen kann. Hier eine kleine lyrische Kostprobe.

„I‘ll kill, you could be my latest victim,
I‘ll take a shit on your brain and make you sniff it,
piss on your bitch’s tits and make you lick it,
you fuckin‘ maggot,
you probably fucked one hundred faggots,
your a gay thug that loved jail and love gettin‘ your ass ripped,
come around here actin hardcore,
you never did dirt, you gonna get yurself hurt,
pull up your pink skirt,
your pink panties‘ll get your wig damaged,
go eat a dick sandwhich,
I can‘t stand this motherfucker,
make this bitch vanish from the planet,
I‘ll hit you like a ton of granite.

Die transportierten Stereotypen werden von einem weißen, völlig verrückten Typen vorgetragen, und sollen lediglich als extremes Beispiel für die grassierende Homophobie innerhalb der Hip Hop Kultur dienen. Eminem bewies ja auch zur Genüge, dass er, trotz eines Duetts mit Elton John, anderen Umgang pflegt.
Insofern hat Bond Recht, wenn er den Rappern eine große Verantwortung bei der Transformation des öffentlichen Sexualdiskurses zuspricht. Dann gäbe es möglicherweise ein paar witzige Punchlines weniger, aber Eazy-E würde noch leben und Graffitis wie dieses hier würden verschwinden.

Kunstfragmente

Michel Houellebecq – Moderne Kunst

Friedliche Stimmung im Hof
Schwarzhandel mit Videos vom Krieg in Libanon
Und fünf westliche Männchen
Diskutierten über Humanwissenschaft.

Placebo – Pure Morning

Überschrift überleg ich mir morgen

Während des Studiums ist es relativ leicht, sich Freizeit zu nehmen. Man kann dies mit allen möglichen Dingen rechtfertigen, wobei die beste Rechtfertigung wohl die Existenz des morgigen Tages sein sollte.

So ein Tag so wunderschön wie Morgen so ein Tag
Der sollte nie vergehn!
(Scheiß auf heute!)
So ein Tag so wunderschön wie Morgen so ein Tag
Der sollte nie vergehn!1

Eine solche Haltung setzt natürlich voraus, dass man sich auf den morgigen Tag freuen können muss um den heutigen Tag zu genießen. Was aber, wenn man weiß, dass der morgige Tag wieder genauso beschissen läuft? Freut man sich dann auf übermorgen? Nein, weil auch übermorgen alles scheiße sein wird und man eigentlich gar nicht will dass es wieder besser wird. Schließlich gibt es nur einen Ausweg aus dieser misslichen Lage und das Beschreiten dieses Auswegs liegt nicht bei einem selbst. Irreversibilität des Handelns – here i come. Was wenn man glaubt dass der Genuss des heutigen Tages die folgenden Tage noch viel schlimmer macht? Was wenn man will dass die folgenen Tage schlimmer werden? Was wenn man will, dass der einzige Ausweg die vollständige Depression ist weil man nur so glaubt ernstgenommen zu werden? Was? Ja was dann?

  1. Beginner – Morgen Freeman [zurück]

Die Welt steht still

Der grandiose gapingvoid-hugh spricht mir aus der Seele. Pardon me Darling while i search out for the eternal light…

via: gapingvoid

Ende in Sicht

Nachdem ich nichts besseres zu tun hatte, als mein Sommerloch mit dem Lesen bereits bekannter, und insbesondere zuhauf ausgetauschter Argumente, zu füllen, bin ich froh dass nun bald wieder die Bundesliga beginnt. Wie schön, wenn es nicht mehr heißt: spange vs. lathandir, subwave vs. ascetonym oder torsun gegen Bonzo, a.k.a. Mel Gibson, sondern:
Roy Makaay vs. Christoph Metzelder, Lukas Podolski vs. Christian Wörns oder 1. FC Köln vs. Wacker Burghausen.
Da kann man dann, ohne Argumente abzuwägen, ohne nachzudenken und vor allem mit gutem Gewissen für eine Seite sein. Für den FC Bayern München….