Archiv für Februar 2007

Brainiacs Unite

Ein Tag vor der Gesellschaftstheorieklausur. Talcott Parsons der alte Wimser, Jürgen „The Rabbit“ Habermas und Niklas „The System“ Luhmann. Das Ganze im Zweitversuch, wobei der Grund des Zweitversuchs weniger in der theoretischen als in der emotionalen Verarmung zu suchen ist. Meinetwegen auch in beidem. Indifferenz wohin man blickt.
Individualisten versinken im Meer des Konformismus. Kollektivismus, getarnt als Individualismus, wird zum offensichtlichen Selektionsschema das es schon immer war. Nur verdeckt.
Normkonformes Verhalten als Tugend wird abgelöst von der Normbrechung, welche selbst zur Norm wird.

…whatever: „word to everything – im focused on this heavy bling…“

iced out: sven

Where have all the cowboys gone?

Karneval, die „ekelerregendste konformistische Rebellion deutscher Niemalsrevolutionäre“ (Nichtidentisches 2007), ist vorbei. Endlich.
Scheichs mit Regenjacken. Frauen, ich befürchte sogar Mütter, verkleidet als Negation brasilianischer Samba-Tänzerinnen. Kinder, vermutlich zum Faschingsbesuch gezwungen, verkleidet als Frösche oder Clowns.
Und das in Franken, dem Hort der Bodenständigkeit, dem Regierungsbezirk, der dank seines „Kokons aus telekinetischer Energie“ (copyright: Jean Grae) sich der Realitätswahrnehmung entziehen konnte und deswegen immer noch glaubt die Erlangung der Ehrenbundeslandwürde sei das das verbriefte Recht einer jeden Scheißregion.
Mir fehlte der Geruch von billigem Knallpulver aus den Knarren der Kinder. Der Angstgeruch der Clowns. Das Indianergeheule von Kindern die das Kindernetz nicht besuchen und deswegen nicht wissen, dass es ein Gerücht ist, „dass die Indianer einen Schrei ausstoßen, sich dabei mit der Hand auf den Mund schlagen und angreifen.“
Wenn schon scheiße, dann soll mich die Scheiße wenigstens an meine Kindheit erinnern. Ja.

Selten so gelacht

Spiegel Online bringt einen Artikel über die Rekrutierungsversuche von Nazis in Fußballvereinen und lässt den geläuterten Daniel Landgraf folgende Feststellung treffen.

„Die Unterwanderung ganzer Fußballvereine funktioniert ohne Glatze und Stiefel. Exkamerad Landgraf erklärt: „Da heißt es: Der Junge spielt Fußball und ist in der freiwilligen Feuerwehr aktiv – das kann kein Nazi sein.“

Schließt sich so 100% aus wie Pyromanie und Feuerwehrengagement. .
Kilngt nach: Der Junge ist bei der Bundeswehr und bei den Ortsburschen. Der kann gar kein Nazi sein.
Gerade die freiwilligen Feuerwehren sind nach meinem Anschein ethnisch sehr homogen und m.E. ein Tümmelbecken für reaktionäre, protektionistische Einstellungen und somit auch offen für latente/offene Xenophobie. Das Ganze kann dann auch beim Aufstellen vom Maibaum und bei anderen hochkarätigen Events besprochen werden. Wäre übrigens auch ein Diplomarbeitsthema. Hm.
Ich glaube ich formuliere in meinem blog nur noch Fragestellungen von Diplomarbeiten die nie geschrieben werden.

Die Rückkehr der glorreichen Maschinenhasser

Rage against the machine, die Wächter der revolutionären Moral, sind von sich überzeugt. Sehr überzeugt. Zu überzeugt. Eher weniger überzeugt sind sie von der US-Regierung, doch das wird diese zu spüren kriegen. Wenn sich die vier Bandmitglieder – einzeln ist jeder schwach – zu Bruticus zusammenschließen wächst in Washington D.C. kein Gras mehr. Sieben Jahre nach der Auflösung kehren sie zurück, um beim Coachella Festival die US-Regierung zu stürzen. Oder wollen sie die US-Regierung stürzen um einen Anlass zur Rückkehr zu haben? Egal, sie kehren zurück. Total verrückt.
Tom Morello:

„Die Bush-Administration taumelt. (…)Uns allen war klar, dass die Zeit gekommen ist, um zu sehen, ob wir die Regierung mit einem tödlichen Sturzflug K.O. schlagen können.“

via: visions