Tag-Archiv für 'rassismus'

Der 62te Grund

Telepolis zählt 75 Gründe auf, weshalb man schleunigst aus Deutschland auswandern sollte Der 62te Grund ist : „Weil Neonazismus und Rechtpopulismus in Deutschland wie in ganz Europa zunehmen, und nichts dafür spricht, dass sich diese Tendenz in Zukunft ändert“, dicht gefolgt vom 63ten Grund: „Weil es hier keine Perspektive gibt.“ Diese beiden Punkte hängen zusammen, wenngleich sich das Ursache-Wirkungs Verhältnis von Person zu Person unterscheiden sollte. Für mich gibt es keine Perspektive weil der Rechtsradikalismus zunimmt, während sich diese Kausalbeziehung bei einigen Idioten (via: subwave) genau andersherum darstellen sollte.
Die Friedrich Ebert Stiftung veröffentlichte eine Studie, deren wichtigsten Ergebnisse man bei jules zusammengefasst nachlesen kann.
Ein Ergebnis:
39,1 Prozent finden, dass die Bundesrepublik „durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ sei.
Wissen die Leute, dass sie mir durch solche Aussagen das Auswandern nahelegen? Wissen diese Leute, dass, wenn ich auswandere, der prozentuale Anteil der Ausländer in Deutschland weiter steigt?
Nicht signifikant, aber er steigt.
Dass es hier vor Alt- und Jungnazis nur so wimmelt, sollte niemanden wirklich überraschen,insofern interessiert mich vielmehr, wohin man noch guten Gewissens auswandern könnte.
Skandinavien liegt weit vorn, dann fallen mir noch ein: Neuseeland und mit Abstrichen die Schweiz. Jemand Ideen?

Faschismus – friss dich selbst!!!

Paolo Di Canio – der Mann dessen rechter Arm bei einem Torerfolg schneller nach vorne schnalzt als David Odonkor Sorin verwirrt, der Erzfeind von Christiano Lucarelli , und einer der von mir am meisten verachteten Fußballspieler – wurde verprügelt. Nach zahlreichen unrühmlichen Ausfällen faschistischer Natur, erlangte Di Canio im Laufe des letzten Jahres zweifelhafte Berühmtheit.
Die Frage, ob man nun den von ihm so sorgsam gepflegten römischen Gruß, oder seine, durch ein Duce-Tatoo auf dem Arm ausgedrückte, Mussolini-Verehrung abstoßender findet, darf sich jeder selbst beantworten. Ein kleiner Zwischenfall ereignete sich bei einem Spaziergang durch Rom, zusammen mit dem einschlägig bekannten Professor Paolo Signorelli, über den es heißt:

Amato (Staatsanwalt; Anmerkung des Verf.) also found evidence that a long-time fascist militant Paolo Signorelli, a high school teacher in Rome who had been suspected but never convicted of the murder of Amato’s predecessor, was deeply involved in reorganizing the movement. In imitation of the extreme left, the group has both a semi-legal wing called Third Position and a terrorist wing called, among other things, Armed Revolutionary Nuclei (NAR). The name „Third Position“ summarizes the movement’s ideology—“neither capitalism nor communism, neither the Reds nor reaction.“ Third Position seems to advocate what is called „Nazi-Maoism“ and tries to align its politics with characters as diverse as Hitler, Mao, Perón, and Qadhafi. Its slogans include „Long live the Fascist dictatorship of the proletariat“ and „Hitler and Mao united in the struggle.“ (Quelle: New York Review of books)

Nach dem Anschlag auf den Bahnhof in Bologna, fand er sich auf der Anklagebank wieder und ist somit wohl ohne Zweifel als eine der fragwürdigsten Gestalten aus der militanten italienischen Faschistenszene zu bezeichnen.
Di Canio geht also mit ihm spazieren. Wenig überraschend eigentlich, da seine Gesinnung ja zur Genüge bekannt ist. Dass diese beiden Lichtgestalten – der eine ein gewaltbereiter, kaltblütige Organisator mit intellektuellem Anstrich, der andere der öffentlichkeitswirksame Demagoge, der in der Lage ist, rasende Massen mit Toren statt mit Worten zu verzücken – nun allerdings von anderen Verblendeten aus dem eigenen Lager angegriffen werden, ist aufgrund der Irrationaliät ihrer Gedankengänge zwar nicht sehr überraschend, aber es ist doch überraschend. Di Canio wird von den anderen Verrückten nachgesagt er sei „kein Kamerad mehr, [denn] die wahren Faschisten“ seien sie selbst (Spon).
Da muss man sich natürlich wehren….